Namibia - 9.8. bis 7.9.2009

2009 sollte es erstmals nach Afrika gehen. Namibia erschien uns dabei das ideale Einstiegsland: sehr sicher, tolle Wüstenlandschaften, jede Menge wilder Tiere in den Nationalparks und sogar ein wenig deutsche Kolonialgeschichte. Wir sollten nicht enttäuscht werden ...

Schon auf den ersten Kilometern begeisterte uns die Weite der Landschaft, die in der klaren und trockenen Luft so richtig zur Geltung kam. Die Schotterpisten waren meist sehr gut zu befahren und die angenehmen Temperaturen des afrikanischen "Winters" waren zum Radeln ideal. Campingplätze gab es dafür nur in den Nationalparks und so mussten wir unser Zelt meist neben der Straße aufbauen. Angesichts des geringen Verkehrsaufkommens war das aber kein Problem. Ein größeres Problem war da schon die Versorgung mit Lebensmitteln und vor allem mit Wasser, weil die kleinen Ortschaften und Versorgungs–stationen oft mehrere hundert Kilometer auseinander lagen. Selten sind wir mit Wasser so bewusst und sparsam umgegangen.

Von der Hauptstadt Windhoek aus starteten wir unsere Tour nach Südwesten. Vom Spreetshoogte Pass hatten wir einen ersten fantastischen Blick auf die Namib, jene große Wüste, die sich bis an die Küste erstreckt.

Am Fuße des Passes gab es dann sogar einen herrlich gelegenen Campingplatz, auf dem wir den Sonnenuntergang und den Sternenhimmel genießen konnten.


Weiter ging es durch eine herrliche Steppenlandschaft zum Ort Solitaire, dem einzigen im Umkreis von mehreren hundert Kilometern. Dort gab es einen kleinen Supermarkt und eine Bäckerei, deren Bäcker Mo für seinen leckeren Apfelkuchen zu Recht sehr berühmt ist.

Gut gestärkt und mit prall gefüllten Packtaschen ging es in den Namib-Naukluft-Park ...

... und dort zu der grandiosesten Dünenlandschaft Namibias, gelegen um das Sossusvlei (das bei starkem Regen alle paar Jahre mit Wasser überflutet wird) und das Deadvlei (das bereits nicht mehr vom Wasser erreicht wird).



Für den Rückweg nach Solitaire konnte uns Sabine zum Glück einen Pick-Up organisieren. Weiter ging es dann quer durch die Namib in Richtung Küste.

Nach einer Übernachtung am Vogelfederberg erreichten wir schließlich Walvis Bay und Swakopmund, wo noch viel von der kolonialen Vergangenheit zu spüren ist.

Hier gönnten wir uns nach den anstrengenden Radltagen ein paar Tage Pause, schlemmten in den hervorragenden Restaurants in Swakopmund und machten eine Kanutour zu einer Seehundkolonie bei Walvis Bay. Da es hier keine Haie und damit keine Feinde für die Seehunde gibt, sind sie besonders verspielt und zutraulich.

Gut erholt strampelten wir hinauf zur Spitzkoppe, einer der schönsten Felsformationen in Namibia...


Die Gegend ist auch bekannt für ihre schönen Quarzsteine, die überall am Straßenrand verkauft werden.


Weiter ging es nach Twyfelfontein, berühmt für seine Felsmalereien und einziges Weltkulturerbe Namibias.

An den versteinerten Wäldern vorbei radelten wir weiter zu den Tafelfelsen um den Vingerklip.


Doch das eigentliche Highlight unserer Namibiareise stand noch aus: Schließlich fährt man doch nach Afrika um viele wilde Tiere zu sehen und bislang hatte wir zwar täglich das "Tier des Tages" gekürt, aber die Seehunde, ein paar interessante Käfer und Ameisen und einige farbenprächtige Eidechsen konnten doch noch nicht alles gewesen sein ...

Die richtig großen Tiere bekommt man im Etosha Nationalpark zu sehen. Aus leicht nachvollziehbaren Gründen mussten wir hier aber unsere geliebten Drahtesel gegen ein winziges Leihauto tauschen. Und damit sind wir dann zu den vielen Wasserstellen gefahren und haben die Show genossen ...



... und natürlich durfte auch die Königin nicht fehlen!

Zum Sonnenuntergang musste man sich in einem der drei Camps des Nationalparkes einfinden. Irgendwie witzig: Im Gegensatz zu einem Zoo sind hier die Besucher eingezäunt und die Tiere laufen draußen frei herum. Jedes Camp hatte eine beleuchtete Wasserstelle, so dass auch abends mit der Tierbeobachtung noch nicht Schluss war ...

Nach einem kleinen Abstecher zum Tafelberg des Waterberg Plateau war unser Namibiaurlaub dann leider schon zu Ende.