Der erste Radlurlaub

Unsere ersten gemeinsamen Radtouren führten uns quer durch Europa. Im Jahre 1995 bereisten wir als erstes Ziel Korsika, wobei uns der mit 1400m höchste Pass noch als echte Herausforderung erschien. Heute sind wir zahlreiche Pässe und einige tausend Höhenmeter weiter und so schnell bringt uns nichts mehr aus der Ruhe... 


Griechenland 1996

Einmal bei sengender Hitze um den Olymp radeln und bei ausgedehnten Mittagspausen unter Olivenbäumen die Seele baumeln lassen, die Meteoraklöster bewundern und die griechische Ruhe und Gelassenheit spüren - das war Griechenland!

Türkei 1997

In der Türkei hat uns vor allem die Gastfreunschaft fasziniert. Immer wieder wurden wir zum Essen eingeladen oder durften im Wohnzimmer übernachten. Aber auch die Landschaft, vor allem Kapadokien mit seinen Tuffsteinfelsen, hat uns sehr gut gefallen.  



Südportugal 1998

... war eine 3-wöchige "last-minute"-Lösung während des Referendariates. Für Individualtouristen wie uns ist die Algarve ungeeignet, da die schönsten Teile verbaut und überlaufen sind. War also nicht so der Brüller ...(daher gibt es auch keine Bilder!)


Schottland 1999

Bei für Schottland untypisch gutem Wetter nahmen wir den Kampf gegen den Wind oder die Midgies (kleine bösartige Stechfliegen, die einen in den Abendstunden zu Tausenden plagen) auf. Nach dem Radeln durch Moore und entlang der vielen Lochs erreichte unsere Campingkoch-kunst neue Höhepunkte (Lachs in Weißweinsauce ...).  


Sizilien 2000

Geht nicht, gab's nicht: Auch gegen den Rat der Touri-Info radelten wir nicht nur um, sondern auch auf den Etna, schauten nachts dem Stromboli beim Lavaspucken zu und ließen uns von der sizilianischen Lebensfreude anstecken.


Pyrenäen 2001

Wir radelten auf den Spuren von Jan Ullrich über die Pyrenäenpässe, nur dass unser Doping aus französischem Rotwein bestand... . Auch die radsportbegeisterten Franzosen spornten uns dabei immer wieder an.














Andalusien 2002

Spanischer Rotwein wurde zum neuen Lieblingsdopingmittel, dazu feine Tapas. Die andalusischen Städte Ronda, Cordoba und Granada begeisterten uns mit ihrem Flair und ihrer interessanten Kulturgeschichte (was Christen und Muslime doch erschaffen können, wenn sie nicht gegeneinander arbeiten). Wir bezwangen den höchsten befahrbaren Pass Europas über die Sierra Nevada (3398m) und stärkten uns danach mit bestem Schinken aus Trevelez. Außerdem lernten wir Yumiko und Reto, zwei liebenswerte Schweizer, kennen, die uns auf die Idee mit dem Sabbatjahr brachten!


Costa Rica 2003

"Pura Vida" wird in Costa Rica als Begrüßung verwendet, es ist aber auch das Lebensmotto. Dieses Lebensgefühl und die unheimliche Artenvielfalt der Tierwelt, sowie tolle Nationalparks, zum Teil aktive Vulkane und Traumstrände mit Hängemattenfeeling machten Costa Rica zu einem unserer bisherigen Favoriten! Mit dem 3491m hohen "cerro de la muerte" (Pass des Todes) stellten wir unseren neuen Höhenrekord auf.


Norwegen 2004

Low Budget (Übernachtung mit Schlafsack auf Deck) ging es auf dem Hurtigrutenkreuzer hinauf in den Norden. Wind und Wetter trotzend radelten wir weiter bis zu den Lofoten, die sich dann zumindest einen halben Tag von ihrer schönsten Seite präsentierten. Auf der Rückfahrt nach Trondheim kapitulierten wir vor dem norwegischen Wetter, stiegen wieder auf einen Hurtigrutenkrezer um und wärmten uns in der Sauna mit dem genialsten Ausblick wieder auf. Touren bei Sonnenschein über die Trollstigen und entlang der Fjorde machten aus der Norwegentour doch noch einen gelungen Urlaub.
Trotzdem:
Mir (Stefan) war es zu nass, zu kalt und zu teuer und die Menschen fand ich extrem höflich, aber wenig herzlich. Kein Bier nach 18.00Uhr ist auch irgendwie seltsam. 


Ecuador und Galapagosinseln 2005

Nach Costa Rica wagten wir uns das zweite Mal nach "Übersee". Hier bestand die einmalige Gelegenheit, unser "PLAN-Patenkind" zu besuchen und die Lebensweise einer "einfachen" ecuadorianischen Familie kennen zu lernen. Neben der fremdartigen Kultur der Indios begeisterten uns aber auch die fantastischen Landschaften mit Vulkanen und Nebelwäldern. Gerne erinnern wir uns an die Fahrt zur Nariz del Diabolo (Nase des Teufels) auf dem Dach eines Güterzuges, an unseren Urwaldtrip oder an Rodny mit seinem wunderschönen Garten in Mindo, in dem man neben Kolibris sogar Tucane beobachten konnte.



Nach der strapaziösen Strampelei in den Anden (oft über 4000m) frönten wir eine Woche lang dem Luxus auf einer Galapagoskreuzfahrt, amüsierten uns über die verspielten Seelöwen, schnorchelten Riesenschildkröten hinterher und bestaunten die urzeitlichen Riesenechsen.



Kambodscha und Laos 2006

"Ist da nicht Krieg?" oder "Ist das nicht viel zu gefährlich?" waren häufig die ersten Fragen, als wir verkündeten, dass es diesmal nach Kambodscha gehen sollte. Und in der Tat ist die Schreckensherrschaft der Roten Khmer noch gar nicht lange her. Um so beeindruckender ist die Freundlichkeit der Kambodschaner und die Zufriedenheit, die sie trotz ihrer leidvollen Geschichte und der offensichtlichen Armut (das Durchschnittsjahreseinkommen liegt bei etwa 300 Dollar!) ausstrahlen. Kultureller Höhepunkt war natürlich Angkor: Wer jemals dort war, den wundert es, dass diese traumhaft schönen Tempelanlagen nicht zu den Weltwundern der Neuzeit gewählt wurden! 


Die meisten Touristen besuchen nur Angkor, aber Kambodscha hat viel mehr zu bieten. Jedoch sind es weniger spektakuläre Touristenattraktionen, die den Reiz dieses Landes ausmachen. Die chaotische Hauptstadt Phnom Penh, die endlosen Reisfelder, auf denen die Bauern mit ihren Ochsengespannen arbeiten, schöne Strände bei Sihanoukville und die liebenswerten Kambodschaner, die einem stets ein freudiges "Hello!" entgegenrufen, machen Radfahren in diesem Land zu einem besonderen Erlebnis. Wir lernten Ros und Thou (wir nannten sie auch die "Blauhelme") kennen, zwei kambodschanische Radler, die auf ihren chinesischen Ein-Gang-Damenfahrrädern ihr Land erkundeten und sich sehr für soziale und ökologische Projekte engagieren. Durch sie kamen wir den Menschen und der Kultur dieses Landes näher. 


Nach einer Bootsfahrt auf dem Mekong überquerten wir die Grenze zu Laos. Das herzliche "Sabbei diiii!" der Kinder, die uns in Scharen am Straßenrand zuwinkten, und die zurückhaltende 
Gelassenheit der Laoten gefiel uns sofort. Und auch eine schlammige Tour auf der "falschen" 
Mekongseite mit abenteuerlichen Flussüberquerungen, konnten nichts daran ändern, dass Laos auf der Liste unserer zukünftigen Reiseziele ganz oben steht.