Kalifornien - 3.8. bis 5.9.2013 

(Karte erstellt mit stepmap.de)


"California Dreaming" - mit dieser Melodie im Kopf landeten wir südlich von San Francisco und fanden uns gleich mal auf einem ziemlich verwirrenden System von Highways wieder. Ziemlich schnell wurde uns klar, dass Amerika doch eher ein Auto- als ein Fahrradfahrerland ist. Nachdem wir die Vororte von San Francisco hinter uns gelassen hatten, fanden sich dann aber auch ruhigere Straßen und wir radelten über die Hügel zum Big Basin Redwoodforest. Inmitten dieses Waldes schlugen wir unser Zelt zwischen den eindrucksvollen Redwoodbäumen auf.

Bei Santa Cruz erreichten wir am nächsten Tag schließlich die Küste, bewunderten die uralte Holzachterbahn und genossen die erste Meeresbrise.

An der Küste entlang folgten wir dann der Pacific Bike Route, allerdings war die Ausschilderung ziemlich lückenhaft, so dass häufig ein wenig Schnitzeljagd-Feeling aufkam.

In Monterey wartete eines der größten und beeindruckendsten Aquarien der Erde auf uns. Einen ganzen Tag lang bewunderten wir die herrlich beleuchteten Quallen, filigrane Seepferdchen oder den riesigen Mondfisch im Open-Sea-Becken.



Nach Monterey folgte einer der spektakulärsten Abschnitte entlang der Küste: Big Sur. Ein echter Geheimtipp ist diese Gegend allerdings nicht und so mussten wir uns den Highway One mit vielen Autos und RVs (Recreation Vehicle: Wohnmobile mit der Dimension eines Reisebusses) teilen.
Nicht unbedingt schön, aber doch beeindruckend war die Seeelefantenkolonie. Wenn sie schlafen, können sie sooo friedlich sein ...


Nach einem kleinen Abstecher ins Landesinnere erreichten wir das edle Santa Barbara. Nach über einer Woche USA gab es dort den ersten fetten Hamburger - etwas schwer bekömmlich, sicher nicht gesund, aber superlecker!

Schließlich erreichten wir Los Angeles und angesichts der enormen Distanzen hatten wir uns dort für die kommenden fünf Tage ein Auto gegönnt. Das Ausleihen ging schon fast verwirrend einfach: Anmelden, sich dabei nicht zu einem noch größeren als dem gewählten eh schon riesigen SUV überreden lassen, sich dann aus etwa 10 Autos der gewählten Kategorie eines aussuchen  (Schlüssel steckte), beim Check out rausfahren und das Auto einscannen lassen und schon steht man auf der Straße. Auf dem überfüllten Highwaywirrwarr ging es quer durch LA und seine Vororte Richtung Osten - wir waren heilfroh, dass wir das nicht radeln mussten. Unser Ziel war der Joshua Tree Nationalpark, der neben den bizarren Bäumen für seine schönen Felsformationen bekannt ist. Wunderschön zwischen den Felsen lag der Zeltplatz und angesichts der hohen Temperaturen waren wir sehr froh, ein schattiges Plätzchen zu finden.

Die Sonnenuntergänge sind hier im Übergangsbereich zur Wüste schon fast kitschig bunt ...

Auf einsamen Straßen fuhren wir dann quer durch die Majawe-Wüsten ins Death Valley. Bei einer Außentemperatur von knapp 50° waren wir dort heilfroh um unseren fahrbaren Untersatz mit Klimaanlage, den wir nur für kurze Fotostopps verließen. Vom Badwater Basin, einem Wasserloch mitten in der Wüste und der tiefste Punkt Amerikas...

...führte uns die Straße den Artist Drive hinauf in die Hügel, die in der Nachmittagssonne in den fantastischsten Farben leuchteten.


Ein paar Kilometer weiter machten wir noch einen Abstecher in den Golden Canyon und genossen den Blick auf die Red Cathedral im Abendlicht.

Ein paar herrliche Sanddünen waren kurz vor Sonnenuntergang unser letztes Highlight im Death Valley.  Das Motel für 155$ verschmähten wir und übernachteten stattdessen auf einem Gratiscampingplatz neben einer Familie aus München. Allerdings war es auch nachts noch so heiß, dass wir kein Auge zu brachten.

Vom tiefsten Punkt Amerikas zum über 4000m hohen Mount Whitney, dem höchsten Berg Kaliforniens, sind es nur etwa 100 Meilen. Ohne Permit darf man dort allerdings nur den ersten Abschnitt bis zu einem kleinen Bergsee hochwandern.


In Fresno mussten wir dann unseren lieb gewonnen Jeep wieder hergeben, aber wir freuten uns auch auf's Pedalen. Wir hatten ja auch noch ein paar wirklich spannende Ziele vor uns. Es ging hinauf in den Sequoia Nationalparks, in dem die größten Bäume der Erde stehen. Diese bis zu 3000 Jahre alten Baumriesen sind wirklich beeindruckend ...





Hier waren wir nun im Bear Country und mussten auf den Campingplätzen unsere Lebensmittel und das Waschzeug immer sorgfältig in Stahl-schränke sperren. Und es war nur eine Frage der Zeit, dass ein Bär mal unsreren Weg kreuzen würde. Zum Glück war er noch recht klein, eher scheu und verschwand schnell wieder im Wald.



Wir machten noch einen Abstecher in den schönen Kings Canyon Nationalpark ...
...bevor wir uns auf den Weg in einen der meistbesuchten Nationalparks der USA aufmachten, den Yosemite N.P. Auch hier gibt es einige sehr sehenswerte Mammutbäume zu bestaunen, aber berühmt ist der Park wegen seiner spektakulären Felswände wie Half Dome und El Capitan.


Das Yosemite Valley ist schon sehr touristisch und im August auch ziemlich überlaufen. Trotzdem ließen wir uns die Wanderung zu einem der schönen Wasserfälle nicht nehmen und je weiter man hinaufstieg, desto ruhiger wurde es dann auch.



Auf unserem Campingplatz schürten wir abends unser erstes Campfire an und mit großer Begeis-terung hielt Sabine ihre Marshmallows ins Feuer (vorher gab es natürlich ein fettes Steak :-) .
Auf der Tioga Road ging es dann noch hoch hinaus über das Yosemite Valley und zu einem herrlich gelegenen See in den Bergen.




Einen Teil der fast 300 Kilometer zurück an die Küste hätten wir dann gerne mit einem Bus überbrückt, aber es gab keine passende Verbindung und so hieß es selber strampeln. Nach einem Abstecher ins Napa Valley...

... mussten wir uns auf dem letzten Abschnitt den Highway mit vielen fetten Trucks teilen.

Und merke: Ein Windpark im Rücken bedeutet viel Schweiß!

Irgendwann hatten wir dann bei Point Reyes endlich die Küste erreicht und auf der schönen Küstenstraße war es nicht mehr weit nach San Francisco. Als wir über die Golden Gate Bridge radelten, verschwand diese immer wieder in Nebelschwaden, starke Windböen schüttelten uns durch, unter uns toste das Meer und immer wieder erklang ein lautes Nebelhorn - eine unheimliche Atmosphäre und ein unvergessliches Erlebnis. Ziemlich durchgefroren kamen wir auf der anderen Seite an. 


Zwei Tage machten wir die Straßen von San Francisco unsicher, erradelten uns die steilen Hügel, schlemmten in Chinatown ... Tolle Stadt mit vielen schönen Vierteln und ein super Abschluss unserer Kalifornienrunde!